Wer als Freelancer arbeitet, möchte möglichst wenig Zeit mit Rechnungsverwaltung und Buchhaltung verbringen. Trotzdem wird die E-Rechnung zunehmend Teil des normalen Geschäftsalltags. Seit dem 1. Januar 2025 müssen inländische Unternehmer grundsätzlich in der Lage sein, E-Rechnungen zu empfangen. Für die verpflichtende Ausstellung gelten dagegen Übergangsfristen. Für Freelancer, die beispielsweise als Entwickler, Designer, Texter, Berater oder Marketing-Spezialist für Unternehmen arbeiten, ist 2026 daher ein guter Zeitpunkt, die eigene Rechnungsstellung dauerhaft auf E-Rechnungen auszurichten.
Was bedeutet die E-Rechnung für Freelancer?
Eine E-Rechnung ist nicht einfach eine Rechnung, die per E-Mail verschickt wird. Eine gewöhnliche PDF-Datei gilt nicht als E-Rechnung im Sinne der neuen umsatzsteuerrechtlichen Regelungen. Entscheidend ist ein strukturiertes elektronisches Format, dessen Daten von einer Software automatisch verarbeitet werden können. Zu den wichtigsten Formaten gehören XRechnung und ZUGFeRD. Die XRechnung basiert auf strukturierten XML-Daten und spielt insbesondere bei öffentlichen Auftraggebern eine wichtige Rolle. ZUGFeRD verbindet dagegen eine lesbare PDF-Darstellung mit strukturierten Rechnungsdaten. Für Freelancer bedeutet die Umstellung deshalb nicht, selbst XML-Dateien erstellen zu müssen. Eine geeignete Rechnungssoftware übernimmt die technische Erstellung im Hintergrund.
Wann müssen Freelancer E-Rechnungen erstellen?
Für Freelancer gibt es keine separate E-Rechnungspflicht aufgrund der Berufsbezeichnung. Entscheidend ist vielmehr, ob ein Umsatz unter die gesetzlichen Regelungen für inländische B2B-Umsätze fällt. Im Jahr 2026 bestehen für die Ausstellung weiterhin Übergangsregelungen. Bis zum 31. Dezember 2026 können Rechnungsaussteller grundsätzlich noch andere Rechnungsformen verwenden. Bei einem Vorjahresumsatz von höchstens 800.000 Euro kann die Übergangsregelung unter den gesetzlichen Voraussetzungen noch bis Ende 2027 greifen. Für viele Freelancer dürfte diese Grenze relevant sein. Trotzdem lohnt sich eine frühzeitige Umstellung, insbesondere wenn überwiegend für Geschäftskunden gearbeitet wird.
E-Rechnungen empfangen: Für Freelancer bereits heute wichtig
Während es für die Ausstellung Übergangsfristen gibt, müssen inländische Unternehmer grundsätzlich bereits seit dem 1. Januar 2025 E-Rechnungen empfangen können. Das betrifft entsprechend auch unternehmerisch tätige Freelancer. Wer selbst Dienstleistungen, Software oder andere betriebliche Leistungen einkauft, kann daher E-Rechnungen von seinen Lieferanten erhalten. Idealerweise sollte die eingesetzte Software deshalb nicht nur E-Rechnungen erstellen, sondern eingehende Rechnungen auch lesen und für die weitere Buchhaltung verarbeiten können.
Warum die E-Rechnung für Freelancer auch Vorteile bietet
Für Freelancer sollte die E-Rechnung nicht nur als zusätzliche gesetzliche Anforderung betrachtet werden. Sie bietet die Möglichkeit, die eigene Rechnungsstellung insgesamt effizienter zu organisieren. Kundendaten können einmal hinterlegt, wiederkehrende Leistungen schneller abgerechnet und Belege zentral verwaltet werden. Besonders interessant wird das für projektorientierte Freelancer, wenn Rechnungsstellung mit Zeiterfassung, Kundenverwaltung oder Projektverwaltung verbunden werden kann. Statt Leistungen zunächst separat zu dokumentieren und anschließend manuell in eine Rechnung zu übertragen, entsteht ein durchgängiger digitaler Prozess vom Projekt bis zur bezahlten Rechnung.
Welche E-Rechnung Software eignet sich für Freelancer?
Eine gute E-Rechnung Software für Freelancer sollte vor allem unkompliziert sein. Funktionen für große Finanzabteilungen oder komplexe Unternehmensstrukturen sind für einen einzelnen Freelancer meist unnötig. Wichtiger sind XRechnung und ZUGFeRD, das Erstellen und Empfangen von E-Rechnungen, Angebote, Rechnungen, Belegverwaltung und eine einfache Übergabe an den Steuerberater. Je nach Tätigkeit können außerdem Zeiterfassung, Projektverwaltung, wiederkehrende Rechnungen und Kundenverwaltung entscheidend sein.
Moderne Online-Buchhaltung für Freelancer, die E-Rechnungen, Angebote, Belege und ihre laufende Buchhaltung unkompliziert digital verwalten möchten.
Solo-Freelancer, die eine einfache und intuitive Lösung für Rechnungen und Buchhaltung suchen.
- XRechnung & ZUGFeRD
- E-Rechnungen erstellen & verarbeiten
- Angebote & Rechnungsstellung
- Digitale Belegverwaltung
- Online-Buchhaltung
Umfangreiche Lösung für Freelancer, die E-Rechnungen, Belege und Buchhaltung in einer zentralen Anwendung organisieren möchten.
Freelancer mit regelmäßiger Rechnungsstellung, die ihre Buchhaltung stärker digitalisieren möchten.
- XRechnung & ZUGFeRD
- E-Rechnungen erstellen & verarbeiten
- Belegverwaltung & Buchhaltung
- Angebote & Rechnungsstellung
- DATEV-Anbindung
Rechnungssoftware für Freelancer mit Fokus auf digitale Rechnungsstellung, E-Rechnungen und die übersichtliche Verwaltung verschiedener Auftraggeber.
Freelancer mit mehreren Kunden und Projekten, die ihre Rechnungsprozesse effizient organisieren möchten.
- XRechnung & ZUGFeRD
- E-Rechnungen erstellen & empfangen
- Angebote & Rechnungsstellung
- Digitale Belegverwaltung
- Kundenverwaltung & Mahnwesen
sevdesk für eine unkomplizierte Online-Buchhaltung
sevdesk eignet sich insbesondere für Freelancer, die Rechnungsstellung und Buchhaltung möglichst einfach online organisieren möchten. Rechnungen, E-Rechnungen, Angebote und Belege lassen sich innerhalb einer zentralen Lösung verwalten. Dadurch ist sevdesk vor allem für Solo-Freelancer interessant, die keine umfangreiche Unternehmenssoftware benötigen, aber trotzdem ihre administrativen Prozesse digitalisieren möchten.
Besonders geeignet für: Freelancer, die eine intuitive Lösung für Rechnungsstellung, E-Rechnungen, Belege und laufende Buchhaltung suchen.
Lexware Office für Rechnungen und Buchhaltung in einer Lösung
Lexware Office ist für Freelancer interessant, die neben der Rechnungsstellung auch Belege und Buchhaltung stärker digital organisieren möchten. Die Software unterstützt sowohl XRechnung als auch ZUGFeRD und kann eingehende E-Rechnungen erfassen und verarbeiten. Der Freelancer muss sich dabei nicht selbst mit XML-Dateien beschäftigen, sondern erstellt die Rechnung über die normale Benutzeroberfläche der Software. Besonders interessant ist die Lösung daher für Freelancer, die ihre Rechnungsstellung nicht isoliert betrachten, sondern direkt mit weiteren Buchhaltungsprozessen verbinden möchten.
Besonders geeignet für: Freelancer, die Rechnungen, Belege und Buchhaltung möglichst zentral verwalten möchten.
FastBill für Freelancer mit Fokus auf Rechnungsmanagement
FastBill ist eine interessante Alternative für Freelancer, bei denen Rechnungsstellung und Kundenverwaltung im Mittelpunkt stehen. Das kann beispielsweise für Designer, Entwickler, Berater, Agentur-Freelancer oder andere Dienstleister sinnvoll sein, die regelmäßig für verschiedene Auftraggeber arbeiten. Neben der Unterstützung von E-Rechnungen stehen dabei klassische Prozesse wie Angebote, Rechnungen, Kundenverwaltung und Mahnwesen im Vordergrund.
Besonders geeignet für: Freelancer mit mehreren Auftraggebern, die ihre Rechnungs- und Kundenprozesse übersichtlich digital verwalten möchten.
Papierkram für projektorientierte Freelancer
Papierkram ist besonders interessant für Freelancer, die nicht nur Rechnungen schreiben, sondern ihre Arbeit projektbezogen organisieren. Funktionen rund um Projekte und Zeiterfassung können beispielsweise für Entwickler, Designer oder Berater relevant sein, die ihre Leistungen nach Stunden oder Projekten abrechnen. Dadurch können Arbeitszeit, Projektverwaltung und anschließende Rechnungsstellung enger miteinander verbunden werden.
Besonders geeignet für: Projektbasierte Freelancer, die neben E-Rechnungen auch Arbeitszeiten und Projekte digital organisieren möchten.
Welche E-Rechnung Software passt zu welchem Freelancer?
Die passende Lösung hängt stark vom eigenen Arbeitsablauf ab. Wer eine möglichst unkomplizierte Online-Buchhaltung sucht, kann sich sevdesk genauer ansehen. Lexware Office ist interessant, wenn Rechnungsstellung, Belege und Buchhaltung stärker miteinander verbunden werden sollen. FastBill eignet sich besonders für einen Fokus auf Rechnungs- und Kundenmanagement, während Papierkram für projektorientierte Freelancer mit Zeiterfassung interessant sein kann. Entscheidend sollte nicht die längste Funktionsliste sein, sondern wie viel administrative Arbeit die Software im eigenen Freelancer-Alltag tatsächlich abnimmt.
XRechnung für Freelancer mit öffentlichen Auftraggebern
Für Freelancer, die für Behörden oder andere öffentliche Auftraggeber arbeiten, ist insbesondere die XRechnung relevant. Je nach Auftraggeber können dabei zusätzliche Rechnungsinformationen wie eine Leitweg-ID erforderlich sein. IT-Freelancer, Berater, Entwickler oder Kreativdienstleister mit öffentlichen Auftraggebern sollten deshalb darauf achten, dass ihre Rechnungssoftware XRechnungen direkt erstellen kann. Eine manuelle Erstellung oder nachträgliche Konvertierung sollte im normalen Arbeitsalltag möglichst nicht notwendig sein.
ZUGFeRD für klassische B2B-Aufträge
Bei klassischen Geschäftskunden kann ZUGFeRD besonders praktisch sein. Das Format verbindet eine visuell lesbare PDF-Darstellung mit strukturierten Rechnungsdaten. Der Kunde kann die Rechnung wie ein gewohntes Dokument betrachten, während seine Software gleichzeitig auf die enthaltenen strukturierten Daten zugreifen kann. Für Freelancer ändert sich dadurch an der eigentlichen Erstellung wenig, sofern eine geeignete Rechnungssoftware verwendet wird.
Worauf Freelancer bei einer E-Rechnung Software achten sollten
Neben XRechnung und ZUGFeRD sollte eine gute Lösung E-Rechnungen sowohl erstellen als auch empfangen können. Zusätzlich sind Angebote und Rechnungen, Kundenverwaltung, digitale Belege, wiederkehrende Rechnungen, Steuerberater- beziehungsweise DATEV-Anbindung sowie gegebenenfalls Zeiterfassung und Projektverwaltung sinnvoll. Eine umfangreiche ERP-Lösung benötigen die meisten Freelancer dagegen nicht. Im Idealfall deckt die Software genau die administrativen Aufgaben ab, die regelmäßig anfallen, ohne den Rechnungsprozess unnötig kompliziert zu machen.
E-Rechnung ohne Software: Lohnt sich das für Freelancer?
Wer nur sehr wenige Rechnungen schreibt, kann E-Rechnungen grundsätzlich auch über entsprechende Generatoren erstellen. Für den gelegentlichen Einsatz kann das ausreichend sein. Bei regelmäßiger Rechnungsstellung entsteht jedoch schnell zusätzlicher Aufwand, wenn Kundendaten, Rechnungen, Eingangsbelege und Buchhaltung an verschiedenen Stellen verwaltet werden. Eine integrierte Rechnungssoftware kann deshalb langfristig sinnvoller sein. Freelancer sollten dabei nicht ausschließlich den monatlichen Preis vergleichen, sondern berücksichtigen, wie viel Arbeitszeit ihnen eine automatisierte Lösung jeden Monat spart.
Fazit: Die E-Rechnung sollte den Freelancer-Alltag einfacher machen
Für Freelancer muss die Umstellung auf E-Rechnungen kein kompliziertes IT-Projekt sein. Im Idealfall wird sie genutzt, um die gesamte Rechnungsstellung einfacher und digitaler zu organisieren. Seit 2025 ist insbesondere der Empfang von E-Rechnungen relevant, während für die Ausstellung noch Übergangsregelungen bestehen. Wer bereits 2026 auf eine geeignete Software umstellt, kann Rechnungen, Kunden und Belege zentral organisieren und ist gleichzeitig auf die kommenden Anforderungen vorbereitet. sevdesk eignet sich für eine unkomplizierte Online-Buchhaltung, Lexware Office verbindet Rechnungsstellung stärker mit Buchhaltungsprozessen, FastBill konzentriert sich auf Rechnungs- und Kundenmanagement und Papierkram ist insbesondere für projektorientierte Freelancer interessant.
Häufige Fragen zur E-Rechnung für Freelancer
Müssen Freelancer E-Rechnungen schreiben?
Für die Ausstellung gelten derzeit noch Übergangsregelungen. Ob und ab wann eine E-Rechnung verpflichtend ausgestellt werden muss, hängt von den gesetzlichen Voraussetzungen des jeweiligen Umsatzes und während der Übergangsphase unter anderem vom Vorjahresumsatz ab.
Müssen Freelancer E-Rechnungen empfangen können?
Ja, inländische Unternehmer müssen grundsätzlich seit dem 1. Januar 2025 E-Rechnungen empfangen können. Das betrifft entsprechend auch unternehmerisch tätige Freelancer.
Ist eine normale PDF eine E-Rechnung?
Nein. Eine gewöhnliche PDF-Rechnung ist für sich genommen keine E-Rechnung nach der neuen Definition. Erforderlich sind strukturierte, elektronisch verarbeitbare Rechnungsdaten.
Welche E-Rechnung Software eignet sich für Freelancer?
Zu den interessanten Lösungen gehören sevdesk, Lexware Office, FastBill und Papierkram. Welche davon am besten passt, hängt davon ab, ob neben E-Rechnungen beispielsweise Buchhaltung, Kundenverwaltung, Zeiterfassung oder Projektmanagement benötigt werden.
Brauchen Freelancer XRechnung oder ZUGFeRD?
Beide Formate können relevant sein. XRechnung ist insbesondere bei öffentlichen Auftraggebern wichtig. ZUGFeRD ist für klassische B2B-Rechnungen interessant, weil strukturierte Daten mit einer lesbaren PDF-Darstellung kombiniert werden können.


